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Sankalpa

Sankalpa 09.09.2015

Sankalpa (aus Sanskrit -  “Absicht, Lösung”) ist ein Vorsatz vor der Durchführung einer Puja, den man im Gedanken oder wörtlich ausruft. Dieser Begriff hat viele Kontexte. Im breiten Sinne ist Sankalpa eine Iccha Shakti, eine der größten Energien vom Absolut. In “Siddha-Siddhanta Paddhati” spricht Gorakshanath darüber, dass diese Shakti dem Absolut (Nija Shakti) gleich ist und sich als sein Willen manifestiert.

Er ist zwiespältig, kann sich als zwei Energien zeigen – Dharma und Adharma, Yoga-Mahavidya und Mahamaya. Jedes Ritual ist nichts anderes als Entfaltung unserer göttlichen Natur nach außen, wenn wir dem Absolut ähnlich die höchste Wirklichkeit dadurch manifestieren, dass wir Yantra oder Murty Sthapana formen, Avahana und Pranapratishtha machen und wenn wir mit der Gottlichkeit Abschied nehmen, indem wir Visarjana machen.

Auf solche Weise schlingen wir das Ergebnis der Puja in uns hinein, was dem Pralaya auf dem mikrokosmischen Niveau entspricht. Die ganze Puja ist im Grunde genommen eine Handlung, die kosmische Prozesse wiederspiegelt, wie auch jeder Prozess in Yoga eine Wiederspiegelung von Prozessen in Makrokosmos ist. Das Ritual macht zugänglich das Niveau, wo unser Willen schon über dem Niveau der “raumzeitlichen” Praktik liegt. Aber bis zum Moment, wo der Mensch den Zugang zu solcher Wechselbeziehung mit Außen- und Innenwelten realisiert hat, bis er nicht verstanden hat, dass alle Konzepten, die wir auf die Welt projizieren  nur die Illusionen von unserem begrenzten Verstand sind, muss er den Gesetzen folgen, die einen solchen Zugang ermöglichen, und solche Gesetze existieren in der Regel der tantrischen Sankalpa. Sankalpa ist die Absicht, während bestimmter Zeit die und jene Handlung zu machen, im bestimmten Algorithmus, das kann man auch Vrata nennen, also die Absicht, an die man sich strikt halten will.

Im Yoga-Sadhana, in seiner traditionellen Form gibt es sehr viele Details, man muss Ort, Zeit usw. berücksichtigen. (Deshalb werden in Sankalpa-Texten viele Faktoren aufgezählt.) Aber während der Praktika können verschiedene Störungen entstehen, die das Einstellen von einem bestimmten Plan verursachen, deshalb braucht man bestimmte Fertigkeiten, um sie zu überwinden. Diese Störungen können sowohl äußerlich als auch innerlich sein.

Dem Praktizierenden können verschiedene Gedanken kommen und auf dem halben Weg kann er sich etwas anders überlegen. Da er mit Göttlichkeiten zu tun hat, praktiziert und von ihnen Darshans bekommt, verändert sich seine Wahrnehmung. Deshalb, um adäquat während der Purascharana und Tapasya diese Prozesse zu beherrschen, darf man nicht aufgeben. Dazu tragen ruhige Wahrnehmung bei sowie die Fertigkeit,  sich in jedem Moment von äußerlichen und innerlichen Störfaktoren zu abstrahieren.


Sankalpa vor der Puja

Sankalpa bei der Puja ist nichts anderes als Iccha Shakti von einer Göttlichkeit auf dem Mikroniveau. Diese Sankalpa ist mit Aspekten von Götter verbunden, man muss den Einfluss von Nakshatras, Grahas usw. berücksichtigen. “Chakreshvara” (Leiter von Chakra, Hauptpujari) muss das alles bei Durchführung von bestimmten Pujas berücksichtigen und abhängig von der Jahreszeit soll er Sankalpen den Zeitwirkungen entsprechend formen. Es ist besser, eine Sankalpa für alle zu formen unter der Berücksichtigung von allen Aspekten der Götter und astrologischen Angaben. In diesem Fall wird Puja wirksamer.

Sankalpa existiert im Pudsha-Kontext als eine besondere Textsorte, wo verschiedene Bedingungen wie Zeit, Ort und die Gnade von Guru usw. aufgezählt werden. Es ist nötig, damit sich die Aufmerksamkeit nicht auf zusätzliche raumzeitliche Faktoren zerstreut. Für die Realisierung einer Aufgabe darf man sich in erster Linie auf alles Unwichtige nicht ablenken, deshalb wird in Sankalpatext das aufgezählt, was mit einem konkreten Sadhana verbunden ist, das ist die wahre Bedeutung von Sankalpa in Puja.


Wirksamkeit

Sankalpa kann auf dem hohen Niveau sein, also ohne hinidischen Motivationen (Nishkama Sankalpa) und Ashudha Sankalpa (nicht rein), als konkrete Wünsche (Sakama), wenn man ein irdisches Ziel gesetzt wird, das unter bestimmten Bemühungen realisiert werden kann. In Tantra ist beides akzeptabel, abhängig von den Anstrebungen kann man entweder irdische Angelegenheiten lassen oder darin eintauchen. Aber je mehr begrenzt unser Wunsch ist, desto mehr steht er in Widerspruch zu vielen Objekten und Erscheinungen dieser Welt, so ist die Verletzung von Ahimsa unvermeidlich. Der Sinn von Ahimsa ist nicht zu widersprechen, sondern zu lernen, größere Ergebnisse ohne zusätzliche Konfrontation zu bekommen. Also soll der Wunsch mit verschiedenen Seiten vom Absolut im Zusammenklang sein, dann wird er unzerstörbar. Natürlich ist diese Kunst nicht für alle und man muss das ohne Eile beherrschen.

Viele Hindus sehen Sanyasa und Entrückung als Aufgabe von allen Sankalpas und Vikalpas, aber es ist unmöglich, sie alle aufzuräumen, das ist in Wirklichkeit unmöglich. Tantra und Natha Yoga lehren, dass Sankalpas und Vikalpas Instrumenten von unserem Bewusstsein sind. Wenn das Bewusstsein entwickelt ist und richtig seine Attribute benutzt, dann kann ein Sadhaka dadurch harmonisch und geistig Fortschritte machen. Sie können nur selten radikale Schritte machen, wohin Sie viel Energie investieren, aber wenn Sie so etwas machen, dann wird das ideal präzise und effektiv. In erster Linie muss man Wahrnehmung/ Rezeption in einem ruhigen Zustand lernen, weil das, was Sie sehen, Sie verstehen können, und das, was Sie verstehen, Sie verändern können.

Die Fertigkeit, effektive Veränderungen nach Außen vorzunehmen, ist die richtige Realisierung von Sakalpa. Es ist ein Paradox: Sie lassen die Wünsche los, um sie zu realisieren, tauchen in einen Leere-Zustand ein, um auf eine perfekte Art und Weise die Form zu schaffen. Viele Formen auf dieser Welt sind brüchig und instabil, weil darin sehr schwach das Unformige dargestellt ist.

 

Fragen an Guru Yogi Matsyendranath Maharaj

Wie soll Sankalpa sein, um Samarasya zu erreichen? Was soll ein Sadhaka wollen, um Erläuterung bekommen zu können?

Wenn man in Samarasja ist, braucht man nichts seinerseits zu wollen. Wenn es um Samarasja in Puja oder Homa geht, dann enthält sie das Wichtigste, was mit der Realisierung eines Mantras verbunden ist: richtige Zeit, richtigen Ort, Mantra usw. Also, solche Sankalpa ist eine Art Disziplin: sie wird in einer Tradition mit allen Vorschriften weitergegeben, das ist eine Art Versprechen, das zum 

Beispiel darin besteht, dass man bestimmte Zahl von Mantra-Rezitationen oder eine Puja macht. Man kann auch sagen, dass man seinen Wunsch in solche Rahmen setzt, die ihn realisieren lassen. In manchen Sankalpen, z.B. in der Kubjika-Tradition, muss man noch Devatas der Gegend verehren, also muss man seinen Willen in so eine Strömung integrieren, die seine Realisierung fördert.

Also muss man Bedingungen berücksichtigen, bei denen Sadhana realisiert wird. Das Thema von Samarasya ist nicht so einfach und Sankalpa spielt dabei eine große Rolle, weil sie scheinbar zum Wohl aller Lebewesen ist. Das sieht so aus, als ob Sie vor Gericht wären und dem Richter beweisen müssten, dass Sie keine Naturgesetze verletzt haben. Haben Sie einmal gesehen, wie die Fische gegen eine starke Strömung schwimmen? Sie integrieren sich einfach, deshalb kann die Strömung sie nicht beiseiteschaffen, sogar wenn sie stark ist. Wenn man dann falsch Wiederstand leistet, dann wird alles in Stücke geschlagen. Damit das nicht passiert, gibt es Sankalpa mit seinen Regeln. Die Tantriken sind überhaupt sehr demütige Menschen, die Yogis umso mehr.

Entspricht Sankalpa, die auf dem Samaresyaniveau existiert, Prapatti in Vayshnavismus? (wie das bei Shri Vayshnaven beschrieben ist)

Ich denke, dass Prapatti leicht mit “freiem Willen” von Sadashiva zusammenpasst. Obwohl Vishishtadvayta und total monistischer Kaschmirischer Shivaismus äußerst verschieden sind, gehört Vishishtadveita als Bestandteil zu Trika als Göttin Parapara. In Wirklichkeit sind drei Tattvas (Shuddha Vidya, Ishvara und Sadashiva) eine entfaltende Wirklichkeit von Chidananda Shakti, die Shaktitattvas (Vimarsha) und Shivatattvas (Prakasha) enthält.

Also ist die Entfaltung aller Manifestationen (Unmesha) der Willen vom Absolut, und die Verschlingung (Nimesha) ist auch sein Willen. Der Willen vom Absolut bedeutet eigentlich die Richtung auf die Bewahrung vom Zustand der Undoppelkeit, die aber alles einschließt, auch Maya und “niedrige” Tattven. “Das Niedrige” passt mit Samarasya gut zusammen, weil “das Niedrige” das Geschmack (Rasa) ohne Begrenzungen von Dvayta gibt.

Der Sinn des undoppelten Tantrismus wäre unvollständig, und es gäbe keinen Grund für das Gleichgewicht von Geschmäcken, wenn es keinen Grund dafür gäbe, nämlich die Realität der Schöpfung. Und Prapatti (sich selbst dem Gott hinzugeben)  vom Standpunkt der kaschmirischen Shivaismus bedeutet die Erlaubnis auf diese Hingabe seinerseits zu geben. Gott im Kaschmirischen Shivaismus ist auch im persönlichen Willen da.

Also, Gott in uns lässt durch uns (sich) Gott (sich selbst) zu verstehen, kurz gesagt, der Unterschied des Gotteswillens von unserem Willen ist sehr bedingt (provisorisch). Sogar Maya ist hier kein Problem, eher der Grund für das Spiel vom transzendenten  Bewusstsein von Shiva (Chidvilasananda). Wenn man in diesem Kontext die Sache betrachtet, dann geben (vermitteln) die Elementen von Pudsha (in diesem Fall Sankalpa) dank der Begrenzung bestimmte Richtung zu mehr Transzendenz. 


Author: Yogi Matsyendranath Maharaj

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