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Die Gründer der Tradition – Gorakshanath und Matsyendranath

Die Gründer der Tradition – Gorakshanath und Matsyendranath 22.12.2020

In der Nath-Sampradaya zählen Gorakshanath und Matsyendranath zu den bedeutendsten Gurus, sie sind Avatare Shivas. Sie sind nicht einfach nur Lehrer, welche Erleuchtung erfuhren und Siddhis realisierten, sie sind Erscheinungen des Absoluten und das Absolute selbst. 

Gelehrte können die Lebensdaten Gorakshanaths und Matsyendranaths nicht genau festlegen. Aus der Sicht der Nath-Yogis ist das vollkommen sinnlos, weil Gorakshanath und Matsyendranath keine einfachen sterblichen Wesen sind. Die Naths meinen, dass Gorakshanath in jedem Yuga erschien, jedes Mal brachte er der Welt das Wissen der Naths; und deshalb kann man nicht wirklich behaupten, dass das Praxissystem der Naths im fünften, achten oder zwölften Jahrhundert erschien. Natürlich änderten sich die Zeiten und es kamen verschiedene Lehrer, jeder von ihnen lehrte sein System; und doch beriefen sie sich alle auf den einen Kern der Nath-Lehre. 

In jedem Staat Indiens gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Geschichten über Gorakshanath, Adinath und Matsyendranath. Man sagt, dass Gorakshanath in einem Yuga in Dvaraka erschien, in einem anderen in Gorakhpur, in Peschawar. Der Name „Gorakshanath“ setzt sich zusammen aus „Go“ – was man mit „Sinne“, „All“ oder „Brahmanda“ übersetzen kann; zudem hat sie Silbe auch die Bedeutung „Kuh“, die erschaffende Kraft des Alls - „Shakti“. Und „Raksha“ bedeutet „Herrscher“, „Patron“, „Beschützer“. Deshalb ist praktisch das ganze All Goraksha, ebenso wie das was es erschafft, erhält und zerstört. Gorakshanath ist der höchste Lehrer der Kaya-Sadhana. Er gibt allen Jivas Wissen, man kann auch sagen, dass er durch sich selbst als Paramatma als Yoga Vidya im Wesen einer jeden Jiva verweilt. Goraksha zu erfahren bedeutet den Atman zu erfahren und umgekehrt. Gorakshanath ist gleichzeitig Shiva und Shakti zusammen, die Kräfte der Schöpfung sind die Kräfte Gorakshas und selbst sein Name ist schon ein Mantra.

Einer Legende zufolge, ist er noch vor Vishnu, Shiva und Brahma erschienen. Sie kamen zu seiner Dhuni, Akhanda-Jyoti, und bekamen eine Segnung von Goraksha.  

Einer anderen Legende nach, gab es in Bengalen zu Beginn fünf Naths, welche aus dem Körper Adinaths entstanden. Adinath Alakh Niranjan ist jenseits jeglicher Grenzen, seine Nija-Shakti Ketaka manifestierte Vishnu, Shiva und Brahma um die Welt zu erschaffen. Um seine Söhne zu testen, verwandelte sich Adinath in eine Leiche, welche auf dem Wasser schwamm. Als Brahma ihn sah, schob er ihn mit dem Fuß beiseite, Vishnu ging ihm aus dem Weg und Shiva, auch Rudra genannt, nahm ihn und kremierte den Leichnam Adinaths. Und als der Körper zu brennen begann, erschienen aus den verschiedenen Körperteilen vier weitere Naths: Aus dem Nabel kam Matsyendranath, aus den Haaren Gorakshanath, aus den Knochen Haddi oder Jalandharnath, aus allen anderen Körperteilen zusammen entstand Chauranginath. Das Wort „Haddi“ bedeutet „Knochen“, einer anderen Version zufolge nannte man die Menschen aus einem niederen Stand „Haddi“; und man sagt, dass Jalandharnath so wurde, weil Shiva ihn verfluchte, nachdem er die Shakti Shivas begehrte. 

Im Grunde wurden diese Naths seitens verschiedener Erscheinungen Shaktis Prüfungen unterzogen und nur Gorakshanath bestand diese. Als Devi versuchte ihn zu verführen, verwandelte er sich in ein Kind. Diese Geschichte hat ihre eigene Vorgeschichte: Shiva und Devi stritten darüber welcher Pfad – der des Grihastas (Haushälter) oder der der Abkehr - besser sei, damit die Seele in ihre Urquelle (Nivritti) zurückkehren könne. Devi bestand auf den spirituellen Weg des Grihastas, während Shiva auf die Zurückhaltung von allen weltlichen Formen setzte. Die Göttin unterzog den Yogis sodann Prüfungen, unter der Bedingung, dass wenn sich jemand stärker als ihre Maya (Illusion) herausstellte, so würde der Pfad als der Wichtigste verkündet, auf welchen Shiva beharrte. 

In Wirklichkeit ist das alles ein Lila (Spiel) Shivas, denn er ist ja selbst ein jeder dieser Yogis. Formal verlor er gegen Devi als Haddi, Chauranginath und Matsyendranath. Und auch der Sieg Gorakshanaths war ein Lila der beiden, der Devi und Shivas. Als ihn Maya verführte, verwandelte er sich in ein Kind und die Göttin erblickte in ihm ihr Kind. Gorakshanath wurde zum Ideal des Yogapfades, und Shiva gab seine Segnung allen Yogis die dem Pfad folgen, welchen Gorakshanath lehrte.  

Über Matsyendranath gibt es sehr viele Legenden. Die wesentlichste von ihnen handelt von seinem Namen „Matsyendra“, welcher „Herr der Fische“ bedeutet. Der Sohne Shivas, Skanda, warf einst „Kula-Agamas“ in den Ozean, welche von einem Fisch verschlungen wurden, der Fisch zählt auch als Avatar Vishnus.

Eine andere Bedeutung des Fisches und des Ozeans ist der Ozean des Samsara oder „Kula“. Matsyendranath wurde von einem Fisch verschlungen und, sich im Ozean des Samsara befindend, erhielt er das Wissen vom Yoga von Adinath. Dieses war eigentlich für Devi vorherbestimmt, welche aber einschlief, während Shiva sprach; als zu dieser Zeit Matsyendranath im Leib des Fisches unter Wasser saß. Der Fisch hielt sich nahe der Insel Candra-Dvipa auf und als Shiva Adinath die Devi fragte: „Hörst du, was ich dich lehre?“, da antwortete stattdessen Matsyendranath: „Ja, ich höre“. Daraufhin erklärte Shiva, dass er nun wüsste, wer ein echter Schüler sei und wem er das Wissen über Yoga übergeben könne. Devi fühlte sich beleidigt und verfluchte Matsyendranath. Sie sagte, dass er für diese vollkommene Aparadha (Beleidigung) im Reich der Frauen einschlafen und dort seinen Untergang erfahren wird. Jedoch rettete ihn sein Schüler Gorakshanath vor dem Fluch: Als Matsyendranath mit einem Fuß schon in Patala (Hölle) stand, erschien ihm der Totengott Yama, doch Gorakshanath besiegte diesen und rettete somit Matsyendranath. 

Alle Götter fürchteten sich vor Goraksha, er war ein erhabener Yogi und verfügte über große Macht. Eine der Legenden besagt, dass Goraksha und Matsyendra in Wahrheit ein und dasselbe Wesen sind, und dass es Shiva war, welcher in der Form Matsyendranaths im Fisch verweilte. Als er sich dann aus dem Fisch befreite, verwandelte er sich in Gorakshanath. Doch die verbreitetere Geschichte handelt davon, dass Gorakshanath der Sohn Matsyendranaths war, und dass Gorakshanath aus dem Geiste (manasa) Matsyendranaths geboren wurde. 

Eine andere Geschichte erzählt darüber, wie Gorakshanath Matsyendranath aus dem Reich der Frauen befreite und Matsyendranath ihm daraufhin zeigte, dass er sich in Wirklichkeit gar nicht in Gefangenschaft befand. Die Geschichte lautet so: Einst kam ein Yogi zu Gorakshanath und beleidigte den Namen seines Gurus. Gorakshanath war fest von seiner Macht überzeugt und forderte ihn zum Kampf heraus, doch zu seinem Erstaunen musste er feststellen, dass der andere Yogi stärker war als er.

Daraufhin fragte sich Gorakshanath wie das möglich sein könne, und der Yogi antwortete ihm: „Dein Guru hat seine Kräfte verloren. Er ist kein Guru mehr, er hat vollkommen seine Selbstkontrolle verloren, während er der Macht der Frauen verfallen ist. In ein paar Tagen erwartet ihn der Tod. Und du bist schwach, weil dein Guru schwach ist, denn der Guru und sein Schüler sind ein Ganzes.“

Daraufhin machte sich Gorakshanath auf den Weg zu seinem Guru und überzeugte Matsyendranath davon das Reich der Illusionen zu verlassen. Goraksha sagte ihm, dass ihn seine Asketenschüler erwarten, welche er verlassen hatte; dass er gefallen sei als Guru und deshalb verpflichtet wäre Goraksha mit zu seinen Nachfolgern zu folgen. Matsyendranath antwortete, dass er bereit wäre zu den Schülern zurückzukommen, und als sie beide zu den Nath-Asketen wiederkehrten war Gorakshanath geschockt, denn er sah auf einmal zwei Matsyendranaths: Einer stand neben ihm und der andere erwartete ihn mit seinen Schülern. Sodann löste sich der Matsyendranath, der bei ihm stand, in seinem Doppelgänger auf. 

Gorakshanath fiel zu den Füßen des Guru und sagte, dass er die Lektion verstanden hätte; und dass der Yogi, der ihn besiegte in Wahrheit selbst Matsyendranath war, der seinem Schüler zeigen wollte, dass er stolz geworden sei – er hatte sich für einen großen, unübertreffbaren Meister und den vollkommensten Siddha gehalten. Folglich gestand Gorakshanath seinen Fehler ein und Matsyendranath sagte: „Du hast es geschafft dich zu läutern, dein Name wird der bekannteste unter den Yogis werden. Jetzt kannst du dich wahrlich als den vollkommensten Mahayogi zählen.“ Und so kam es dann auch; Gorakshanath wurde sogar berühmter als sein Guru, da er sich selbst besiegen konnte.

Eine andere Legende besagt, dass Matsyendranath sich zwölf Jahre lang im Leib des Fisches befand und Tapas übte und so große Macht erlangte. Als er aus dem Wasser kam, erschien ihm Shiva und sagte: „Du kannst mich bitten, um was du willst.“ Matsyendranath antwortete: „Ich möchte, dass du selbst als mein Schüler erscheinst.“ Shiva gab ihm sein Wort und erschien als Gorakshanath. 

Einer anderen Legende zufolge, übte Matsyendranath seine Praxis unter Wasser im Bauch des Fisches bei der Kamakhya-Pitha aus, einem der bekanntesten Orte des Shakta-Tantrismus, und erlangte nach zwölf Jahren seine Kraft. Da wurde ihm das Wissen der Shabar-Mantras offenbart: Shiva erschien zusammen mit Shakti und allen Göttern des Alls, welche ihre Segnungen gaben und ihre Kraft in die Mantras legten. So wurde Matsyendranath zum Gründer eines neuen tantrischen Systems. Es gibt heutzutage viele Tantriker, und natürlich auch Naths, welche diese Mantras verwenden. Man sagt, dass man die Shabar-Mantras nicht nur auf Sanskrit, sondern auch auf anderen Sprachen rezitieren kann, die Sprache wird dann „vermischt“ (Sadhikari-Bhasha) genannt. 

Einer anderen Version zufolge wurde Matsyendranath aus dem Fluss Brahmaputra neben der Kamakhya-Pitha von einem gewissen Angler namens Kanipa herausgezogen. Dieser Fischer wurde der erste Schüler Matsyendras und gründete einen der Panths in der Natha-Sampradaya. Viele Nachfolger Kanipas praktizieren eine Vamacara-Sadhana und Aghora.

Überhaupt gibt es sehr, sehr viele Geschichten; im Grunde genommen gibt es in jedem großen Staat Indiens eine eigene Legende über Gorakshanath. Viele davon sind auf den ersten Blick widersprüchlich, und erinnern sogar teilweise von ihrem Sinn her an Zen-Koans. Aber darin steckt womöglich auch der Zweck – damit im Prozess des Nachsinnens und des Erkennens dieser Legenden sich der Geist des Yogis reinigt, welcher durch zeitliche Faktoren begrenzt ist, und nichts übrig bleibt bis auf Erleuchtung und Wissen. 

Viele Gelehrte versuchten alle Geschichten zu sammeln und zu systematisieren, vor allem die Engländer, denn Indien war ihre Kolonie. Sie versuchten irgendwie auf ihre Art und aus ihrer Sichtweise die Natha-Sampradaya zu erklären, schrieben eine Reihe verschiedener wissenschaftlicher Arbeiten über dieses Thema, und mal ganz davon abgesehen, auch über Yoga an sich. Diesen haben sie, zusammen mit den Hindus, in den Westen gebracht und erfanden dann selbst eine Vielzahl an Abarten. Doch, nichtsdestotrotz blieb die Natha-Sampradaya verschlossen, sowohl für die Engländer, als auch für einfache Nicht-Eingeweihte. Ich bin jetzt der festen Überzeugung, dass das Wissen dieser erhabenen Tradition bis zu dem Punkt nicht übergeben werden kann, an dem der Mensch selbst mit eigener Mühe kommt und Nachfolger dieser Linie wird, tief eindringend in diese außergewöhnliche Lehre. Es ist nicht genug einfach nur eine Initiation zu erhalten, denn die Initiation bedeutet nur den Anfang des Weges, welcher in Wirklichkeit ewig ist.

Gorakshanath und die Navanaths

In der indischen Tradition wird für gewöhnlich die Mehrheit der Gottheiten in etwas abstrakten Formen dargestellt. Das äußere Erscheinungsbild sagt dabei etwas über die ausgelösten spirituellen Zustände aus. Doch was Gorakshanath anbelangt, so wird er in menschlicher Form abgebildet, was hierbei eine Illusion der Einfachheit der Gottheit erschafft. Jedoch ist es so, dass sich hinter der äußerlichen Einfachheit eine enorme Kraft verbirgt. In Gorakshanath befinden sich schon die gesamte Shakti, alle Formen der Götter und die ihnen entsprechenden neun Naths. Gorakshanath verweilt als Paramatma in unserem Herzen, Goraksha ist der Herr der Herren. Er ist das Wesen aller Mahayogi Naths. 

So gibt es z.B. in jedem der sieben Chakras einen eigenen Nath, doch im Gesamten sind sie ein Absolutes; und genauso wie die Shakti eines jeden Chakras in Form einer Yogini existiert, so gibt es auch verschiedene Formen der Kula-Kundalini. Kantharnath im Muladhara, seine Shakti ist Dakini; Satyanath im Svadhishthana, seine Shakti ist Savitri; Santoshnath im Manipura, seine Shakti ist Lakini; Rudranath im Anahata, seine Shakti ist Kakini oder Uma; Hamsanath im Vishuddha, seine Shakti ist Hakini; Omkar Adinath im Ajna, verknüpft mit der Jnana-Shakti und Gorakshanath Akaleshvara im Sahasrara, dort befindet sich auch seine Nija-Shakti. Es gibt die Kula-Kundalini-Shakti auch in Form von Klang, welche die Mahabhutas (5 Elemente) kontrolliert, die da wären: Lakini, Vakini, Rakini, Yakini, Hakini. In der Natha-Sampradaya teilt man die Shaktis folgendermaßen ein: Tamasika – Dasha-Mahavidya, Rajasika – Nava-Durgas, Sattvika – Chousati-Yogini (64 Yoginis). 

Gorakshanath_4

Bei den Naths wird in der Praxis ein besonderer Akzent auf die Yoginis gelegt, jedoch kann man über eine beliebige Shakti-Upasana die Kundalini-Shakti erwecken. Schauen wir uns z.B. einmal die Mahavidyas an: Bhuvaneshvari und Bagala oder Pitambara – Muladhara; Bairavi – Svadhishthana; Chinnamasta – Manipura; Kali – Anahata; Tripura-Sundari und Bagalamukhi – Ajna; Matangi – Sahasrara. Dies alles bedeutet aber nicht, dass es z.B. ungenügend wäre, lediglich Tripura-Sundari oder Kali zur Erweckung der Kundalini-Shakti zu verehren. 

Indem man Gorakshanath verehrt, verehrt man genauso alle Naths und Gottheiten, und genauso ist es auch umgekehrt – indem man beispielsweise Ganapati oder Vishnu bzw. die jeweils entsprechenden Naths verehrt, kann man stufenweise auf Shiva Gorakshanath übergehen. Die Rangordnung der Götter und die Unterteilung in höhere oder niedrigere, das ist alles relativ zu sehen. Man kann sagen, dass sich eine beliebige Gottheit im Herzen befindet. Ebenso wie der Guru, welcher das Mantra weitergibt, ein Ganzes mit dem Mantra ist, so ist das Mantra ein Ganzes mit der Gottheit. Man kann auch ohne einen äußerlichen Ritus einfach Mantras wiederholen oder eine Vaydika-Puja (Homa), Pouranika-Puja (mit Murti) oder Tantrika (mit Yantra) verwenden. Analog dazu, kann Mantra-Yoga lediglich aus dem „Omkara“ Laut bestehen, eine umfassende Variante wäre das Mantra „SO-HAM“, das Mantra „Om Shiva Goraksha Yogi“ (benötigt eine Übergabe), „Om Shiva Gorakshanathaya Namah“, das Panchakshara-Mantra „Om Namah Shivaya“, usw.

Nutzen der Verehrung Gorakshanaths

Die Anhänger der Nath-Tradition verneinen weder etwas, noch werden sie zu Fanatikern von irgendetwas. Die Lehre ist adäquat im sozialen, wie auch im spirituellen Sinne. Die Naths akzeptieren alle Lehren, und ausgehend von der Erfahrung des Austausches mit anderen Traditionen, ist sie eine der duldsamsten Doktrinen. Das bedeutet natürlich nicht, dass man alle, die mit den Naths nichts am Hut haben, als Naths oder Hatha-Yogis bezeichnen kann. Jedoch können alle in das Mandir kommen und Gorakshanath Ehre darbringen. In Indien kommen in das Mandir Sadhus verschiedener Strömungen, und auch diejenigen, die Yoga praktizieren wollen, können dort Halt machen. Gorakshanath sagt, dass unter allen Yogis, derjenige Erfolg in der Sadhana haben wird, der ein Bhakta Gorakshanaths ist und ein Nachfolger der Nath Linie. Auch wenn man kein Dikshita ist, bekommt man auf jeden Fall spirituelle Erfahrung, wenn man Gorakshanath Ehre darbringt.

Die Bedeutung der Geschichte über das erhaltene Wissen Matsyendranaths 

Mit Matsyendranath verknüpft man eine Vielzahl von Geschichten und man assoziiert diese Persönlichkeit auch mit vielen verschiedenen Orten: Mit dem Kamakhya-Pith, Shri Lanka, Nepal, Bengalen, usw. Wie ihr bereits erfahren habt, erhielt er der Legende zufolge, das Wissen von Shiva, als er sich in einem Fisch befand. Der Ozean symbolisiert das Rad des Samsara und „Kula“, der Fisch, ist der Körper, in dem sich das lebende Wesen befindet. Manchmal nennt man den Körper auch Ghat oder Behälter; die Stimme Shivas ist Shabda-Brahman. Die Bedeutung der Geschichte liegt darin, dass Matsyendranath durch die Sushumna Shiva im Sahasrarachakra erhört hat und von ihm das Wissen erhielt.

So gesehen erinnert diese archetypische Geschichte Matsyendranaths an die Geschichte mit dem kupfernen Gefäß über den Empfang des Dzogchenwissens (tibetischer Buddhismus). Wenn man Matsyendranath als ein beliebiges Lebewesen betrachtet, welches erwacht und zusammen mit der spirituellen Kraft Kundalini zu Shiva aufsteigt und dabei transzendentales Wissen erlangt, so ist in diesem Sinne jede Jiva ein Nath, welche auf ähnliche Weise Wissen von Shiva erhält. Die Naths meinen, dass Matsyendranath nach seiner Tapasya, der zwölfjährigen Sadhana, als er „im Bauch des Fisches“ saß, als realisierter Siddha herauskam und ihm alle Götter erschienen sind, von denen er Mantras erhielt und ebenso die Fähigkeit selbst Mantras zu erzeugen. Shiva gab ihm hierfür seine Segnung, und diese Mantras sind in der Natha-Sampradaya nun bekannt als Shabar-Mantras. Daher nennt man ihn im Süden Indiens auch Kavi-Narayana. Er ist einer der neun bekannten Narayanas und Naths (Nava-Naths).


Author: Yogi Matsyendranath Maharaj

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